Stell dir vor, du und deine Freunde verbringt ein Wochenende in einem verschlafenen Küstenstädtchen, wo türkisfarbenes Wasser auf goldene Strände trifft und die Geschichte Neuseelands an jeder Ecke spürbar wird. Russell, einst als „Höllenloch des Pazifiks“ verschrien, empfängt euch im Januar mit perfektem Sommerwetter und einer entspannten Atmosphäre, die wie geschaffen ist für ein unvergessliches Abenteuer mit euren Liebsten. Während der europäische Winter in voller Härte zuschlägt, erwartet euch hier die Hochsaison des neuseeländischen Sommers – warme Tage, lauwarme Nächte und eine Lebendigkeit, die ansteckend wirkt.
Warum Russell im Januar euer nächstes Ziel sein sollte
Der Januar ist die absolute Hauptreisezeit für die Bay of Islands, und Russell bildet das charmante Herzstück dieser Region. Die Temperaturen pendeln zwischen angenehmen 20 und 26 Grad Celsius, perfekt für alle Outdoor-Aktivitäten, die ihr euch vorstellen könnt. Das Wasser ist warm genug zum Schwimmen, Schnorcheln und Kajakfahren, und die langen Sommerabende bieten genug Zeit, um jeden Moment auszukosten. Die Stadt selbst mag klein sein – gerade einmal 800 Einwohner nennen sie ihr Zuhause – aber genau diese Überschaubarkeit macht sie ideal für ein Wochenende mit Freunden, bei dem ihr alles zu Fuß erkunden könnt.
Historisches Flair trifft auf maritime Schönheit
Russell trägt seine Geschichte mit Stolz. Als erste europäische Siedlung und ehemalige Hauptstadt Neuseelands hat dieser Ort Geschichten zu erzählen, die bis in die 1830er Jahre zurückreichen. Die Christ Church aus dem Jahr 1836 ist nicht nur die älteste erhaltene Kirche des Landes, sondern trägt noch immer Einschusslöcher aus den Maori-Kriegen in ihren Mauern. Ein Spaziergang durch die kopfsteingepflasterten Straßen fühlt sich an wie eine Zeitreise, bei der moderne Cafés und Galerien harmonisch neben historischen Gebäuden existieren.
Das kompakte Stadtzentrum erstreckt sich entlang der malerischen Uferpromenade, wo Yachten sanft im Hafen schaukeln und Palmen im Sommerwind rascheln. Die Atmosphäre ist unglaublich entspannt – hier trägt niemand Anzug oder Krawatte, und Barfußlaufen ist völlig normal.
Abenteuer zu Wasser und zu Land
Für eine Gruppe von Freunden bietet Russell im Januar eine beeindruckende Vielfalt an Aktivitäten. Mietet euch Kajaks am Strand und paddelt zu den vorgelagerten Inseln – Moturua Island ist besonders empfehlenswert, da sie Teil eines Meeresschutzgebietes ist und kristallklares Wasser zum Schnorcheln bietet. Die Sichtweite unter Wasser beträgt im Januar oft über zehn Meter, und ihr werdet von bunten Fischschwärmen umgeben sein.
Der Flagstaff Hill bietet eine moderate Wanderung mit spektakulärem Lohn: Von oben genießt ihr einen 360-Grad-Blick über die Bay of Islands mit ihren 144 Inseln. Der Aufstieg dauert etwa 45 Minuten und ist besonders bei Sonnenuntergang ein magisches Erlebnis. Packt ein paar Snacks und Getränke ein und macht daraus ein spontanes Picknick mit Aussicht.
Für Geschichtsinteressierte lohnt sich der Besuch des Pompallier House, einer historischen Druckerei und Gerberei aus französischer Missionszeit. Der Eintritt kostet rund 12 Euro, und die Führungen sind überraschend fesselnd – selbst wenn ihr glaubt, Geschichte sei nicht euer Ding.
Wassersport ohne Ende
Stand-Up-Paddling ist hier besonders populär, und an der Bucht könnt ihr Boards stundenweise ab etwa 15 Euro mieten. Das ruhige Wasser macht es auch für Anfänger leicht, und ihr könnt gemeinsam die Küstenlinie erkunden. Wer mutiger ist, sollte sich ans Schwimmen mit Delfinen wagen – die Bay of Islands beheimatet eine große Population von Großen Tümmlern, die besonders im Januar aktiv sind.
Am Long Beach, einem wunderschönen Sandstrand nur 15 Gehminuten vom Zentrum entfernt, könnt ihr euch nach anstrengenden Aktivitäten in der Sonne aalen. Der Strand ist weniger überlaufen als andere in der Region und bietet genug Platz, um Frisbee oder Beachvolleyball zu spielen.

Praktische Tipps für den kleinen Geldbeutel
Die Anreise nach Russell ist Teil des Abenteuers. Von Auckland aus nehmt ihr entweder den Bus nach Paihia (etwa 25 Euro pro Person) oder mietet euch gemeinsam ein Auto, was sich bei einer Gruppe finanziell lohnt. Von Paihia aus setzt ihr mit der Personenfähre über – die Fahrt dauert nur 15 Minuten und kostet rund 10 Euro hin und zurück. Die Fähre fährt bis spät abends, sodass ihr flexibel seid.
Günstig übernachten
Hotels in Russell können im Januar teuer sein, aber es gibt clevere Alternativen. Mehrere Backpacker-Hostels bieten Mehrbettzimmer ab etwa 25 Euro pro Person und Nacht an. Noch günstiger wird es, wenn ihr zu viert oder sechst ein privates Zimmer oder Apartment bucht – hier zahlt ihr oft nur 70 bis 90 Euro für die gesamte Unterkunft pro Nacht. Holiday Parks am Stadtrand bieten kleine Cabins ab 80 Euro, die spartanisch, aber sauber sind und oft über eine Gemeinschaftsküche verfügen.
Für die ganz Abenteuerlustigen: Einige Campingplätze in der Umgebung erlauben Zelten ab 15 Euro pro Person. Im Januar ist das Wetter stabil genug, dass dies eine realistische Option darstellt.
Essen ohne Vermögen auszugeben
Restaurants entlang der Waterfront sind malerisch, aber auch preisintensiv. Ein Hauptgericht kostet hier schnell 25 bis 35 Euro. Smarter ist es, den kleinen Supermarkt im Ort zu nutzen und selbst zu kochen oder Picknicks vorzubereiten. Frisches Brot, lokaler Käse, Früchte und neuseeländischer Wein ergeben ein fantastisches Strandpicknick für einen Bruchteil der Restaurantpreise.
Fish and Chips – eine neuseeländische Institution – bekommt ihr für etwa 10 bis 12 Euro und schmecken direkt am Hafen gegessen einfach unschlagbar. Teilt euch eine große Portion, bestellt dazu ein paar lokale Austern (wenn verfügbar), und ihr habt ein authentisches Kiwi-Erlebnis.
Mehrere Bäckereien bieten morgens frische Pies und Pasteten ab 5 Euro an – perfekt für ein schnelles Frühstück, bevor ihr loszieht. Die Kaffeekultur ist in Neuseeland hervorragend, und ein Flat White kostet etwa 4 Euro.
Insider-Wissen für euer Wochenende
Mittwochs und samstags findet ein kleiner Kunsthandwerksmarkt statt, wo lokale Künstler ihre Werke präsentieren. Hier findet ihr einzigartige Souvenirs, die nicht aus Massenproduktion stammen. Die Preise sind oft verhandlungsfreudig, besonders gegen Ende des Markttages.
Vermeidet die Mittagszeit für Restaurantbesuche – zwischen 14 und 17 Uhr sind viele Lokale leerer, und einige bieten Happy-Hour-Preise für Getränke. Ein lokales Craft-Bier kostet dann statt 8 nur 5 Euro.
Für Fortbewegung innerhalb Russell braucht ihr nichts außer eure Füße. Die Stadt ist winzig, und alles Wichtige liegt in einem Radius von maximal zwei Kilometern. Fahrräder könnt ihr zwar mieten, aber das ist hier wirklich überflüssig.
Das besondere Etwas
Was Russell von anderen Reisezielen unterscheidet, ist diese seltene Mischung aus Ruhe und Möglichkeiten. Tagsüber könnt ihr aktiv sein – wandern, schwimmen, paddeln – und abends in entspannter Runde am Strand sitzen, während die Sonne über der Bay of Islands untergeht und den Himmel in spektakuläre Farben taucht. Die Freundlichkeit der Einheimischen ist keine Floskel, sondern spürbare Realität. Gespräche entstehen spontan, Empfehlungen werden großzügig geteilt, und ihr fühlt euch willkommen, nicht wie Touristen, die abgefertigt werden müssen.
Der Januar bringt eine besondere Energie mit sich. Die Neuseeländer selbst haben Sommerferien, was bedeutet, dass eine fröhliche, ausgelassene Stimmung in der Luft liegt. Gleichzeitig ist Russell nie überlaufen genug, um seinen Charme zu verlieren. Mit euren Freunden könnt ihr hier ein Wochenende erleben, das perfekt ausbalanciert ist zwischen Abenteuer und Entspannung, zwischen Naturerlebnis und kultureller Bereicherung – und das alles, ohne euer Budget zu sprengen.
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