Dein iPhone verliert ständig Akku und Datenvolumen: Der versteckte Stromfresser, den fast niemand kennt

Dein iPhone lädt im Hintergrund ständig Inhalte nach, auch wenn du die Apps gar nicht aktiv nutzt. Diese Hintergrundaktualisierung ermöglicht Apps Inhalte laden, selbst wenn sie geschlossen sind – und frisst dabei nicht nur wertvollen Akku, sondern verbraucht auch Datenvolumen, oft völlig unnötig. Gerade bei Apps, die du nur gelegentlich öffnest, verschwendest du damit Ressourcen für Informationen, die du zum Zeitpunkt des Abrufs gar nicht benötigst.

Die gute Nachricht: Mit wenigen Handgriffen kannst du gezielt steuern, welche Apps im Hintergrund aktiv sein dürfen und welche nicht. Das Ergebnis ist spürbar – sowohl bei der Akkulaufzeit als auch beim Datenverbrauch.

Was genau ist die Hintergrundaktualisierung?

Die Hintergrundaktualisierung ermöglicht es Apps, Inhalte zu laden und zu aktualisieren, während sie nicht geöffnet sind. Damit soll sichergestellt werden, dass du beim Öffnen einer App sofort aktuelle Informationen vorfindest. Theoretisch eine praktische Funktion – in der Praxis jedoch ein echter Ressourcenfresser.

iOS erlaubt Apps, intelligente Zeitpunkte für diese Aktualisierungen zu wählen, beispielsweise wenn dein iPhone gerade aufgeladen wird oder mit WLAN verbunden ist. Trotzdem verbraucht jede Hintergrundaktivität Prozessorleistung und damit Energie. Bei mehreren Dutzend installierten Apps summiert sich das erheblich.

So findest du die Einstellungen zur Hintergrundaktualisierung

Der Weg zu den entsprechenden Einstellungen ist denkbar einfach. Öffne die Einstellungen auf deinem iPhone, scrolle zu Allgemein und tippe darauf, dann wähle Hintergrundaktualisierung aus. Hier siehst du nun zwei Ebenen: Ganz oben kannst du die Funktion komplett deaktivieren oder zwischen WLAN-only und mobilem Datenverkehr wählen. Darunter folgt eine Liste aller installierten Apps mit individuellen Schaltern.

Welche Apps solltest du unbedingt deaktivieren?

Nicht jede App benötigt Hintergrundaktualisierungen. Bei manchen macht die Funktion sogar überhaupt keinen Sinn. Hier sind typische Kandidaten, bei denen du getrost den Schalter umlegen kannst.

Spiele und Entertainment-Apps

Mobile Games müssen nicht im Hintergrund aktualisiert werden. Wenn du ein Spiel startest, lädt es ohnehin kurz die neuesten Daten. Shopping-Apps, Streaming-Dienste oder Social-Media-Plattformen, die du nur sporadisch nutzt, fallen ebenfalls in diese Kategorie. Die zusätzlichen Sekunden Ladezeit beim Öffnen merkst du kaum – den gesparten Akku schon.

Produktivitäts-Tools ohne Zeitkritik

Notiz-Apps, Scanner-Programme oder Foto-Editoren benötigen keine permanente Hintergrundaktualisierung. Diese Tools funktionieren vollständig offline oder synchronisieren beim aktiven Öffnen. Eine Ausnahme bilden kollaborative Tools wie gemeinsame Dokumente – hier kommt es auf deine Nutzungsgewohnheiten an.

Selten genutzte Apps

Jeder hat Apps auf dem iPhone, die nur einmal im Monat oder noch seltener verwendet werden. Banking-Apps, Versicherungsportale, Behörden-Tools oder Apps für sporadische Hobbys – all diese Anwendungen müssen definitiv nicht rund um die Uhr auf dem neuesten Stand sein. Sie laden ihre Daten beim Öffnen nach, was nur wenige Sekunden dauert.

Duplicate-Apps mit ähnlicher Funktion

Nutzt du mehrere Wetter-Apps, verschiedene News-Reader oder alternative Social-Media-Clients? Dann sollte nur deine primär genutzte App Hintergrundaktualisierungen erhalten. Die Backup-Varianten können problemlos deaktiviert werden.

Diese Apps sollten aktiv bleiben

Bei aller Sparsamkeit gibt es natürlich Apps, bei denen die Hintergrundaktualisierung Sinn ergibt:

  • Messenger-Dienste: WhatsApp, Telegram oder Signal sollten aktiv bleiben, damit du Nachrichten zeitnah erhältst
  • E-Mail-Apps: Zumindest für wichtige Accounts lohnt sich die Hintergrundaktualisierung
  • Kalender und Erinnerungen: Synchronisation ist hier wichtig für zeitkritische Benachrichtigungen
  • Navigations-Apps: Wenn du sie regelmäßig nutzt, können Verkehrsinformationen im Hintergrund hilfreich sein
  • Smart-Home-Apps: Steuerung und Benachrichtigungen funktionieren nur mit Hintergrundaktivität

Die intelligente Mittelweg-Strategie

Du musst nicht zwischen „alles an“ und „alles aus“ wählen. Eine clevere Zwischenlösung ist die Beschränkung auf WLAN-Verbindungen. Gehe dazu in die Hintergrundaktualisierungs-Einstellungen und wähle statt „WLAN & Mobile Daten“ nur „WLAN“ aus. Damit schonst du dein mobiles Datenvolumen erheblich, während du zuhause oder im Büro trotzdem von aktuellen Inhalten profitierst.

Diese Option eignet sich besonders, wenn du ein begrenztes Datenvolumen hast oder häufig im Ausland unterwegs bist. Der Akkuverbrauch reduziert sich dadurch zwar nicht so drastisch wie bei kompletter Deaktivierung, aber du sparst trotzdem messbar Energie.

So merkst du den Unterschied

Nach der Umstellung wirst du wahrscheinlich keine sofortige Revolution erleben – die Veränderungen sind subtil aber kontinuierlich. Die Akkulaufzeit verbessert sich spürbar, besonders bei älteren iPhone-Modellen mit bereits geschwächter Batterie. Wie stark der Effekt ausfällt, hängt stark von deinen individuellen Nutzungsgewohnheiten und der Anzahl deaktivierter Apps ab.

Der Datenverbrauch sinkt oft deutlicher. Wenn du in den Einstellungen unter „Mobiles Netz“ einen Blick auf die Statistiken wirfst, wirst du nach einigen Wochen einen spürbaren Rückgang feststellen. Apps, die vorher hunderte Megabyte im Hintergrund gezogen haben, verschwinden aus den Top-Verbrauchern.

Regelmäßige Kontrolle zahlt sich aus

Die Hintergrundaktualisierung ist keine Einmal-Einstellung. Bei jeder neu installierten App ist die Funktion standardmäßig aktiviert. Mache es dir zur Gewohnheit, alle paar Wochen einen Blick in die Liste zu werfen. Du wirst überrascht sein, wie viele Apps sich dort ansammeln, die du bereits vergessen hast oder nur einmal testweise installiert hattest.

Nach größeren iOS-Updates lohnt sich ebenfalls eine Überprüfung der Einstellungen. Im Hintergrund laufen nach Updates oft Indexierungsprozesse, die vorübergehend mehr Akku verbrauchen. Fünf Minuten Aufwand alle paar Monate können dir über das Jahr gerechnet deutlich mehr Akkulaufzeit verschaffen.

Wichtige Klarstellung zu Benachrichtigungen

Manche Nutzer befürchten, dass das Deaktivieren der Hintergrundaktualisierung zu verpassten Benachrichtigungen führt. Das ist ein Missverständnis: Benachrichtigungen funktionieren unabhängig von dieser Einstellung über Apples zentralen Push-Notification-Service. Du verpasst also keine wichtigen Nachrichten, nur weil eine App nicht im Hintergrund aktualisiert wird.

Ein weiterer Irrglaube betrifft das manuelle Schließen von Apps. Viele denken, sie würden damit Akku sparen. Tatsächlich bewirkt dies oft das Gegenteil: Apps befinden sich im Hintergrund in einem Ruhezustand und verbrauchen dabei fast keine Energie. Das erzwungene Schließen und anschließende Neuladen kostet dagegen mehr Akku und macht das iPhone langsamer. Apple empfiehlt daher, Apps nur zu schließen, wenn sie nicht mehr reagieren.

Die Kontrolle über die Hintergrundaktualisierung ist eine der wirksamsten Maßnahmen zur iPhone-Optimierung, die viel zu wenig Nutzer konsequent umsetzen. Mit minimalem Aufwand gewinnst du spürbar mehr Laufzeit und Kontrolle über dein Datenvolumen – ohne auf wirklich wichtige Funktionen verzichten zu müssen.

Wie viele Apps aktualisieren bei dir gerade im Hintergrund?
Keine Ahnung hab nie nachgeschaut
Fast alle sind aktiv
Nur die wichtigsten Messenger
Habe alles deaktiviert
Nur WLAN Aktualisierung läuft

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