Das sind die 5 Persönlichkeitsmerkmale, die erfolgreiche Menschen im Job auszeichnen, laut Psychologie

Diese 5 Persönlichkeitsmerkmale machen erfolgreiche Menschen im Job aus – und die Wissenschaft kann es beweisen

Du kennst sie. Diese Person, die irgendwie immer befördert wird. Die beim Meeting genau die richtigen Sachen sagt. Die nie gestresst wirkt, obwohl drei Projekte gleichzeitig laufen. Und du fragst dich: Was zur Hölle haben die, was ich nicht habe?

Hier die gute Nachricht: Es ist kein Hexenwerk. Es ist auch nicht nur Vitamin B oder blindes Glück. Psychologen haben jahrzehntelang geforscht und dabei rausgefunden, dass erfolgreiche Menschen im Beruf tatsächlich bestimmte Persönlichkeitsmerkmale teilen. Und das Beste daran? Die meisten davon kannst du trainieren.

Wir reden hier nicht von vagen Ratschlägen à la „sei einfach motiviert“ oder „glaub an dich selbst“. Nein, wir sprechen über harte Wissenschaft, basierend auf dem Big-Five-Modell – dem Goldstandard der Persönlichkeitspsychologie. Fünf grundlegende Dimensionen, die beschreiben, wie Menschen ticken und die ziemlich genau vorhersagen können, wer es beruflich packt und wer nicht.

Kurzer Reality-Check: Was ist dieses Big-Five-Modell überhaupt?

Bevor wir zu den konkreten Merkmalen kommen, lass uns kurz klären, wovon wir reden. Das Big-Five-Modell ist quasi der Tesla unter den Persönlichkeitstests – zuverlässig, wissenschaftlich fundiert und weltweit anerkannt. Es teilt Persönlichkeit in fünf Hauptdimensionen auf: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Neurotizismus.

Diese fünf Faktoren sind nicht aus der Luft gegriffen. Sie basieren auf Jahrzehnten Forschung mit buchstäblich Millionen von Menschen weltweit. Und jetzt wird es spannend: Bestimmte Ausprägungen dieser Merkmale tauchen bei beruflich erfolgreichen Menschen immer und immer wieder auf.

Merkmal Nummer 1: Gewissenhaftigkeit – der absolute Kracher

Wenn es einen klaren MVP in Sachen Berufserfolg gibt, dann ist es Gewissenhaftigkeit. Eine Studie von Sutin und Kollegen aus dem Jahr 2009 im European Journal of Personality hat das glasklar gezeigt: Gewissenhaftigkeit ist der absolute Kracher unter den Persönlichkeitsmerkmalen. Gewissenhafte Menschen verdienen mehr Geld, sind zufriedener mit ihrem Job und managen ihr Leben besser. Punkt.

Aber was bedeutet gewissenhaft sein eigentlich? Es heißt nicht, dass du ein kontrollsüchtiger Spießer sein musst, der Excel-Tabellen im Schlaf träumt. Es geht um etwas viel Grundlegenderes: Gewissenhafte Menschen setzen sich Ziele und ziehen sie durch. Sie sagen Ja und meinen es auch. Sie planen voraus, statt ständig im Krisenmodus zu leben.

Diese Menschen sind die, auf die du dich verlassen kannst. Sie kommen pünktlich. Sie liefern, was sie versprechen. Sie denken drei Schritte voraus, während andere noch beim ersten stolpern. In einer Arbeitswelt voller Ablenkungen, ständiger E-Mail-Flut und endloser Slack-Nachrichten ist diese Fähigkeit pures Gold wert. Das Faszinierende: Gewissenhafte Menschen sind nicht perfekt oder haben irgendwelche Superkräfte. Sie haben nur gelernt, ihre Impulse besser zu kontrollieren. Statt auf jede Nachricht sofort zu reagieren, priorisieren sie. Statt sich von jedem neuen glänzenden Projekt ablenken zu lassen, bleiben sie fokussiert auf das, was wirklich zählt.

Merkmal Nummer 2: Verträglichkeit – nett sein zahlt sich aus, und wie!

Lange Zeit galt die Regel: Wer nett ist, kommt nicht weit. „Nice guys finish last“ und all dieser Mist. Tja, die Wissenschaft sagt: Falsch gedacht, Leute.

Eine gigantische Metastudie von Wilmot und Ones aus dem Jahr 2022, veröffentlicht in Personality and Social Psychology Review, hat Daten von fast zwei Millionen Teilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis? Verträglichkeit ist ein Erfolgsfaktor, besonders in teamorientierten Jobs – und welcher Job ist heutzutage nicht teamorientiert?

Aber Achtung: Verträglich sein bedeutet nicht, eine Fußmatte zu sein. Es bedeutet nicht, dass du allen nach dem Mund reden sollst oder nie Nein sagen darfst. Verträglichkeit heißt, dass du gut mit anderen zusammenarbeiten kannst, dass du Konflikte konstruktiv löst und dass Menschen gerne mit dir arbeiten.

Die harte Wahrheit ist: Fast nichts im modernen Berufsleben funktioniert mehr im Alleingang. Du brauchst dein Team, deine Kollegen, deine Stakeholder. Verträgliche Menschen schaffen es, andere mitzunehmen, ohne sie zu überrollen. Sie hören zu, bevor sie urteilen. Sie bauen Brücken, wo andere Gräben ausheben. Und das zahlt sich knallhart aus. Diese Menschen werden befördert, weil sie als Führungskräfte nicht nur respektiert, sondern auch gemocht werden. Sie bekommen Unterstützung, weil sie selbst unterstützend sind. Sie schaffen eine Arbeitsatmosphäre, in der Menschen gerne arbeiten – und produktive, motivierte Teams sind letztendlich der Schlüssel zu echtem Erfolg.

Merkmal Nummer 3: Emotionale Stabilität – bleib cool, Baby

Kennst du diese Person, die bei jeder Deadline ausflippt? Die jede Kritik persönlich nimmt und nachts nicht schlafen kann, weil sie über hypothetische Katastrophen grübelt? Und dann kennst du die andere Person – die, die selbst bei Chaos ruhig bleibt, Kritik als Lernchance sieht und nachts wie ein Stein schläft? Wen von beiden würdest du zur Teamleitung machen?

Genau. Emotionale Stabilität – das Gegenteil von Neurotizismus – ist wie ein eingebauter Stoßdämpfer für alle Ups and Downs im Berufsleben. Und die Forschung ist eindeutig: Menschen mit höherer emotionaler Stabilität kommen weiter. Das heißt nicht, dass diese Menschen emotionslose Roboter sind oder nie Stress empfinden. Sie haben nur gelernt, besser damit umzugehen. Sie können einen Schritt zurücktreten, durchatmen und dann reagieren, statt impulsiv zu handeln.

Hier kommt der absolute Knaller: Eine Längsschnittstudie von Andreas Hirschi und seinem Team an der Universität Bern, veröffentlicht im Journal of Vocational Behavior, hat über acht Jahre Menschen begleitet. Das Ergebnis? Es funktioniert in beide Richtungen: Emotionale Stabilität hilft dir, erfolgreich zu werden – und beruflicher Erfolg macht dich noch emotional stabiler. Es ist ein positiver Kreislauf, der sich selbst verstärkt.

Merkmal Nummer 4: Offenheit – Neugier katapultiert deine Karriere

Die Arbeitswelt verändert sich schneller als je zuvor. Was gestern noch funktioniert hat, ist heute vielleicht schon veraltet. Neue Technologien, neue Methoden, neue Herausforderungen – überall. Wer da nicht offen für Neues ist, hat ein Problem.

Offene Menschen sind neugierig. Sie sagen nicht „Das haben wir schon immer so gemacht“, sondern „Könnte es einen besseren Weg geben?“ Sie lernen gerne dazu, probieren neue Ansätze aus und haben keine Panik vor Veränderung. Sie sind die ersten, die sich für die Fortbildung anmelden, das neue Tool ausprobieren oder sich freiwillig für das innovative Projekt melden.

In Zeiten von Digitalisierung, KI und ständigem Wandel ist das ein riesiger Vorteil. Während andere sich gegen jede Neuerung sträuben und in ihren vertrauten Mustern feststecken, surfen offene Menschen auf der Welle des Wandels. Sie passen sich an, statt zu verbittern. Und hier kommt der Bonus: Offenheit macht dich nicht nur anpassungsfähiger, sondern auch kreativer. Du siehst Lösungen, wo andere nur Probleme sehen. Du verknüpfst Ideen auf neue Weise. Du bringst frischen Wind in eingefahrene Strukturen – und genau solche Menschen werden in modernen Unternehmen händeringend gesucht.

Merkmal Nummer 5: Extraversion – aber bitte in der richtigen Dosis

Jetzt wird es interessant, denn bei Extraversion ist die Sache komplizierter. Man könnte denken: Je extravertierter, desto besser. Schließlich sind erfolgreiche Menschen doch immer diese charismatischen Netzwerker, die jeden Raum zum Strahlen bringen, oder?

Nicht ganz. Die Forschung zeigt: Eine moderate Ausprägung von Extraversion ist oft ideal. Zu introvertiert, und du wirst möglicherweise übersehen, baust keine wichtigen Beziehungen auf. Zu extravertiert, und du wirkst vielleicht oberflächlich oder dominierst zu sehr.

Was erfolgreiche Menschen wirklich auszeichnet: Sie wissen, wann sie extravertierte Qualitäten einsetzen müssen – bei Präsentationen, beim Netzwerken, wenn es darum geht, ein Team zu motivieren. Aber sie wissen auch, wann es Zeit ist, zurückzutreten, zuzuhören und anderen Raum zu geben. Diese Fähigkeit, zwischen „nach außen strahlen“ und „nach innen hören“ zu wechseln, ist extrem wertvoll. Manche Psychologen nennen es situative Extraversion – du passt dein Verhalten der Situation an, statt auf einem Extrem festzusitzen.

Der Plot-Twist: Es ist eine Wechselwirkung

Hier kommt der absolute Mindblow: Die Beziehung zwischen Persönlichkeit und Erfolg ist keine Einbahnstraße. Ja, bestimmte Eigenschaften helfen dir, beruflich voranzukommen. Aber gleichzeitig verändert beruflicher Erfolg auch deine Persönlichkeit. Die erwähnte Langzeitstudie von Hirschi und Team hat das eindrucksvoll gezeigt: Menschen, die beruflich erfolgreich wurden, entwickelten über die Jahre mehr emotionale Stabilität und Offenheit. Erfolg gibt dir Selbstvertrauen, was wiederum deine Persönlichkeit formt.

Das ist eigentlich eine fantastische Nachricht: Du musst nicht warten, bis du alle diese Eigenschaften perfektioniert hast. Kleine Schritte in die richtige Richtung können einen positiven Kreislauf auslösen. Jeder kleine Erfolg macht dich etwas stabiler, etwas selbstbewusster, etwas offener – was wiederum zu mehr Erfolg führt.

Was bedeutet das jetzt konkret für dich?

Okay, genug Theorie. Was kannst du mit diesem Wissen anfangen? Die beste Nachricht überhaupt: Persönlichkeitsmerkmale sind nicht in Stein gemeißelt. Ja, wir haben alle bestimmte Grundtendenzen, aber innerhalb dieser Grenzen können wir uns definitiv entwickeln.

Willst du gewissenhafter werden? Fang klein an. Setze dir klare, erreichbare Ziele. Nutze Tools wie To-Do-Listen oder Kalender-Apps. Übe dich darin, Versprechen einzuhalten – erst dir selbst gegenüber, dann anderen. Jedes eingehaltene Versprechen stärkt deine Gewissenhaftigkeit. Für mehr Verträglichkeit: Höre wirklich zu, bevor du antwortest. Suche nach Lösungen, bei denen alle gewinnen, statt nach Siegen über andere. Zeige echtes Interesse an den Perspektiven deiner Kollegen, auch wenn sie anders sind als deine.

Emotionale Stabilität lässt sich durch verschiedene Wege trainieren – Achtsamkeitsübungen, Sport, in manchen Fällen auch professionelle Hilfe. Der Schlüssel liegt darin, einen Puffer zwischen Reiz und Reaktion zu schaffen. Nicht jede Emotion muss sofort ausgelebt werden. Offenheit entwickelst du, indem du bewusst aus deiner Komfortzone gehst. Lies Bücher außerhalb deines üblichen Genres. Lerne etwas komplett Neues. Stelle deine eigenen Annahmen regelmäßig in Frage. Sage öfter Ja zu ungewohnten Erfahrungen.

Und bei Extraversion? Finde deine authentische Balance. Wenn du eher introvertiert bist, übe dich in kleinen Dosen sozialer Interaktion – und erhole dich danach bewusst. Wenn du sehr extravertiert bist, lerne die Kraft des Zuhörens und der Stille kennen.

Der Reality-Check: Niemand ist perfekt

Lass uns ehrlich sein: Niemand hat alle diese Eigenschaften in perfekter Ausprägung. Die erfolgreichsten Menschen auch nicht. Sie kennen nur ihre Stärken und haben gelernt, mit ihren Schwächen umzugehen.

Vielleicht bist du nicht die gewissenhafteste Person auf diesem Planeten, aber dafür super offen und verträglich. Perfekt – nutze das! Umgib dich mit strukturierten Menschen, die deine Kreativität schätzen, während sie dir helfen, organisiert zu bleiben. Oder vielleicht kämpfst du manchmal mit emotionaler Stabilität, bist aber hochgradig gewissenhaft und offen. Auch in Ordnung – erkenne deine Trigger, entwickle Bewältigungsstrategien und spiele deine Stärken aus.

Der entscheidende Punkt ist Selbsterkenntnis. Wenn du verstehst, wo du stehst und wo deine Entwicklungsfelder liegen, kannst du gezielt daran arbeiten – oder bewusst Umgebungen und Rollen wählen, die zu deinen natürlichen Stärken passen. Bevor du jetzt losrennst und an all diesen Eigenschaften gleichzeitig arbeitest, noch ein wichtiger Reality-Check: Diese Persönlichkeitsmerkmale sind wichtig, aber sie sind nicht alles. Beruflicher Erfolg hängt auch von Faktoren ab, die außerhalb deiner Kontrolle liegen – Glück, Timing, wirtschaftliche Umstände, dein Netzwerk, strukturelle Chancengleichheit oder deren Fehlen.

Es wäre naiv zu behaupten: „Wenn du nur gewissenhaft und verträglich genug bist, wirst du automatisch erfolgreich.“ Die Welt ist komplizierter. Systeme sind oft unfair. Manche haben bessere Startbedingungen als andere, und das ist eine Tatsache. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – innerhalb dieser Grenzen kannst du deine Chancen aktiv verbessern. Du kannst daran arbeiten, die Person zu werden, die besser gerüstet ist für die Herausforderungen des Berufslebens. Du kannst Eigenschaften entwickeln, die dir nicht nur karrieretechnisch, sondern auch persönlich guttun.

Denn am Ende geht es nicht nur ums Geldverdienen oder um Titel auf Visitenkarten. Es geht darum, jemand zu werden, der mit Herausforderungen umgehen kann, gute Beziehungen aufbaut, authentisch bleibt und ein erfülltes Arbeitsleben führt. Und wenn das nebenbei auch zu beruflichem Erfolg führt? Umso besser. Die psychologische Forschung zeigt uns jedenfalls klar: Es sind nicht die Lautesten, nicht die Rücksichtslosesten und nicht die Perfektesten, die langfristig erfolgreich sind. Es sind diejenigen, die zuverlässig sind, gut mit anderen auskommen, mit Stress umgehen können, offen für Neues bleiben und die richtige Balance zwischen Durchsetzung und Zuhören finden. Also: Welches dieser Merkmale erkennst du in dir selbst? Und an welchem möchtest du als Erstes arbeiten?

Welcher Big-Five-Typ bringt dich am schnellsten nach oben?
Gewissenhaftigkeit
Verträglichkeit
Emotionale Stabilität
Offenheit
Extraversion

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