Diätassistenten packen aus: Der Grund, warum Sie um 15 Uhr nicht zu Schokolade greifen sollten und was wirklich hilft

Der Griff zum Schokoriegel um 15 Uhr ist für viele Berufstätige eine tägliche Routine geworden. Wenn die Konzentration nachlässt und der Magen knurrt, scheint der Gang zum Snackautomaten die einzige Rettung. Dabei gibt es eine Alternative aus dem Nahen Osten, die nicht nur besser schmeckt, sondern auch deutlich nachhaltiger sättigt: geröstete Kichererbsen, in der Türkei als Leblebi bekannt. Diese proteinreichen Hülsenfrüchte haben sich als cleverer Bürosnack etabliert und bieten eine ernährungsphysiologisch sinnvolle Lösung für das berüchtigte Nachmittagstief.

Warum herkömmliche Bürosnacks versagen

Die meisten verpackten Snacks aus dem Automaten liefern einen schnellen Zuckerschub, gefolgt von einem ebenso raschen Absturz des Energielevels. Der Blutzuckerspiegel schnellt in die Höhe, Insulin wird ausgeschüttet, und schon nach kurzer Zeit meldet sich der Hunger zurück – oft stärker als zuvor. Chips, Schokoriegel und Co. mögen zwar kurzfristig befriedigen, sorgen aber für eine Achterbahnfahrt der Energie. Besser geeignet sind Snacks mit komplexen Kohlenhydraten und ausreichend Protein, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und echte Sättigung zu gewährleisten.

Das Nährstoffprofil von Leblebi

Geröstete Kichererbsen punkten mit einer beeindruckenden Nährstoffzusammensetzung. Mit etwa 19 Gramm pflanzlichem Protein pro 100 Gramm liefern sie mehr Eiweiß als die meisten Nüsse. Besonders hervorzuheben sind die rund 15 Gramm Ballaststoffe, die zusammen mit den komplexen Kohlenhydraten für eine langanhaltende Sättigung sorgen. Diese Kombination macht den Unterschied zwischen einem Snack, der wirklich nährt, und einem, der nur kurz ablenkt.

Der niedrige glykämische Index macht Kichererbsen zum idealen Snack gegen das berüchtigte Nachmittagstief. Statt einer Achterbahnfahrt des Blutzuckerspiegels erhalten Körper und Gehirn eine gleichmäßige Energieversorgung über mehrere Stunden. Geröstete Kichererbsen können daher gezielt gegen Heißhungerattacken eingesetzt werden, ohne dass man eine halbe Stunde später wieder vor dem Kühlschrank steht.

Mikronährstoffe für mentale Leistung

Neben den Makronährstoffen überzeugen Kichererbsen mit einem breiten Spektrum an B-Vitaminen. Diese sind essenziell für die Nervenfunktion und spielen eine zentrale Rolle bei der Konzentrationsfähigkeit. Magnesium unterstützt zusätzlich die Muskel- und Nervenfunktion, während Eisen für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist – ein Mangel führt häufig zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Zink rundet das Profil ab und stärkt das Immunsystem, was gerade in stressigen Arbeitsphasen von Vorteil ist.

Der optimale Zeitpunkt für den Kichererbsen-Snack

Zwischen 15 und 17 Uhr erreicht der menschliche Biorhythmus einen natürlichen Tiefpunkt. Die Körpertemperatur sinkt leicht, die Aufmerksamkeit lässt nach, und plötzlich fühlt sich jede Aufgabe doppelt so anstrengend an. Genau in diesem Zeitfenster greifen die meisten Menschen zu schnellen Kohlenhydraten oder koffeinhaltigen Getränken. Eine Portion geröstete Kichererbsen bietet hier eine intelligentere Lösung: Die Kombination aus Protein, Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten stabilisiert den Blutzuckerspiegel und liefert Energie bis zum Feierabend, ohne dass man sich danach träge oder übervoll fühlt.

Die richtige Portionsgröße im Alltag

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Packung einfach auf den Schreibtisch zu stellen und nebenbei zu snacken. Besser ist eine bewusste Portionierung: 30 bis 40 Gramm reichen als Zwischenmahlzeit vollkommen aus. Diese Menge liefert etwa 120 bis 160 Kalorien – genug, um zu sättigen, aber nicht so viel, dass der Snack zur vollwertigen Mahlzeit wird. Wer gedankenverloren snackt, während er E-Mails beantwortet, verliert schnell den Überblick über die tatsächlich verzehrte Menge.

Ein praktischer Tipp für den Büroalltag: Portionieren Sie die gerösteten Kichererbsen bereits zu Hause in kleine wiederverschließbare Behälter oder Tüten. So haben Sie die Menge im Griff und vermeiden unbewusstes Überessen während des Arbeitens. Diese Vorbereitung dauert nur wenige Minuten, erspart aber viele Kalorien und sorgt dafür, dass der Snack seine Funktion als Energielieferant behält.

Selbst rösten statt kaufen

Industriell gefertigte geröstete Kichererbsen enthalten häufig deutlich mehr Salz und Fett als notwendig. Wer die volle Kontrolle über Geschmack und Nährstoffgehalt haben möchte, sollte selbst zum Ofen greifen. Die Zubereitung ist denkbar einfach und erfordert keine besonderen Kochkünste:

  • Gekochte oder eingeweichte Kichererbsen gründlich abtropfen und mit einem Küchentuch trocken tupfen
  • Mit einem Teelöffel Olivenöl und Gewürzen nach Wahl vermengen
  • Auf einem Backblech verteilen und bei 180 Grad Celsius für 15 bis 20 Minuten rösten
  • Zwischendurch einmal durchschütteln für gleichmäßige Bräunung
  • Vollständig auskühlen lassen, damit sie knusprig werden

Bei den Gewürzen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Im Nahen Osten wird Leblebi mit Salz, scharfen Gewürzen, getrockneten Nelken oder auch mit Zucker zubereitet. Wer es würzig mag, kann mit Paprika und Kreuzkümmel experimentieren, mediterrane Versionen lassen sich mit Rosmarin und Knoblauchpulver kreieren. Für scharfe Varianten eignen sich Cayennepfeffer oder Chiliflocken. Der Vorteil des Selbströstens liegt nicht nur in der Kontrolle über Zutaten, sondern auch im Geschmack – frisch geröstete Kichererbsen schmecken intensiver und knuspriger als gekaufte Varianten.

Die traditionelle türkische Methode

In türkischen Privathaushalten werden die Kichererbsen auf traditionelle Weise auf einer speziell dafür hergestellten Blechplatte über der Gasflamme geröstet. Mit einer Flachkelle werden sie dabei ständig kreisförmig bewegt, um eine gleichmäßige Röstung zu gewährleisten. Durch diese Methode bekommen die Kichererbsen ihre charakteristische gelbe Färbung mit schwarzen Röstpunkten. Diese Technik erfordert zwar etwas Übung und Geduld, liefert aber ein Geschmackserlebnis, das an die Straßenmärkte von Istanbul erinnert.

Wichtige Hinweise zur Verträglichkeit

Trotz aller Vorteile sollten einige Aspekte beachtet werden. Der hohe Ballaststoffgehalt, der für die sättigende Wirkung verantwortlich ist, kann bei Menschen mit empfindlichem Verdauungssystem zunächst zu Blähungen führen. Beginnen Sie daher mit kleinen Mengen und steigern Sie diese allmählich, damit sich der Darm an die Ballaststoffe gewöhnen kann. Was heute noch Unbehagen verursacht, wird nach wenigen Wochen meist problemlos vertragen.

Entscheidend ist auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Ballaststoffe binden Wasser im Verdauungstrakt – ohne genügend Flüssigkeit kann dies zu Verstopfung führen. Trinken Sie zu Ihrer Kichererbsen-Portion mindestens ein großes Glas Wasser oder ungesüßten Tee. Diese einfache Maßnahme macht den Unterschied zwischen angenehmem Sättigungsgefühl und Verdauungsbeschwerden.

Gründliches Kauen nicht vergessen

Geröstete Kichererbsen sind knusprig und fest – genau das macht sie als Snack so befriedigend. Allerdings bedeutet dies auch, dass sie gründlich gekaut werden müssen. Die Verdauung beginnt bereits im Mund durch die Enzyme im Speichel. Wer hastig isst und kaum kaut, riskiert Verdauungsbeschwerden und nimmt weniger Nährstoffe auf. Bewusstes Kauen hat zudem den Vorteil, dass das Sättigungsgefühl früher einsetzt und man insgesamt weniger isst.

Praktische Integration in den Arbeitsalltag

Geröstete Kichererbsen sind der ideale Schreibtisch-Snack: Sie krümeln kaum, hinterlassen keine fettigen Finger und müssen nicht gekühlt werden. In einer fest verschlossenen Dose bleiben sie mehrere Wochen knusprig. Für Menschen mit unregelmäßigen Essgewohnheiten oder langen Arbeitstagen bieten sie eine Notfalllösung, die tatsächlich nährt statt nur kurzfristig zu befriedigen. Man kann sie problemlos in der Schreibtischschublade lagern, ohne sich Gedanken über Verderb oder Schädlinge machen zu müssen.

Im Vergleich zu Müsliriegeln enthalten sie keine versteckten Zucker, im Vergleich zu Nüssen sind sie preiswerter und kalorienärmer, im Vergleich zu Chips liefern sie deutlich mehr Nährstoffe. Diese Kombination macht Leblebi zu einem Snack, der sowohl geschmacklich als auch ernährungsphysiologisch überzeugt – ohne dass man sich nach einer halben Stunde wieder hungrig fühlt oder in ein Energieloch fällt. Der traditionelle Snack aus der Türkei, der im gesamten Mittelmeerraum und Nahen Osten verbreitet ist, hat seinen Weg in moderne Büros gefunden und bietet eine clevere Alternative zu herkömmlichen Zwischenmahlzeiten.

Dein Go-to-Snack im Nachmittagstief um 15 Uhr?
Schokoriegel aus dem Automaten
Geröstete Kichererbsen
Chips oder Salziges
Nüsse und Trockenfrüchte
Kaffee statt Essen

Schreibe einen Kommentar