Das sind die 5 Verhaltensweisen, die auf einen toxischen Kollegen hinweisen, laut Psychologie

Toxische Kollegen erkennen: 5 Verhaltensweisen, die dir zeigen, dass du es mit einer problematischen Person zu tun hast

Du kennst das Gefühl. Montagmorgen, der Wecker klingelt, und statt dich auf die Arbeit zu freuen, spürst du schon dieses mulmige Gefühl im Magen. Nicht wegen der To-Do-Liste oder dem anstehenden Projekt. Nein, es ist diese eine Person. Der Kollege, der es irgendwie schafft, dir den Tag zu versauen, ohne dass du genau den Finger drauf legen kannst, was da eigentlich passiert.

Hier kommt die schlechte Nachricht: Du bist damit nicht allein. Umfragen zeigen, dass etwa 70 Prozent der Arbeitnehmer wöchentlich mit schwierigen Verhaltensweisen am Arbeitsplatz konfrontiert werden. Ja, richtig gelesen – sieben von zehn Menschen müssen sich regelmäßig mit toxischen Dynamiken herumschlagen. Das ist keine Kleinigkeit, und es geht hier nicht um jemanden, der mal einen schlechten Tag hat oder morgens vor dem ersten Kaffee etwas grantig ist.

Wir reden von Verhaltensmustern, die sich wiederholen. Von Menschen, die das Arbeitsklima systematisch vergiften, ohne dabei jemals wirklich greifbar zu werden. Das Perfide daran? Diese toxischen Verhaltensweisen sind oft so subtil, dass du sie erst bemerkst, wenn der Schaden bereits angerichtet ist. Plötzlich zweifelst du an dir selbst, fühlst dich ausgelaugt oder fragst dich, ob du vielleicht überempfindlich bist.

Die gute Nachricht: Experten für Arbeitsplatzpsychologie haben bestimmte Warnsignale identifiziert, die dir helfen können, problematische Personen frühzeitig zu erkennen. Und genau das schauen wir uns jetzt an. Schnall dich an, denn einige dieser Verhaltensweisen wirst du garantiert wiedererkennen.

Was macht eigentlich jemanden toxisch?

Bevor wir in die Details eintauchen, lass uns kurz klären, was wir überhaupt meinen. Toxisch ist nicht der Kollege, der mal genervt ist, weil die Kaffeemaschine schon wieder kaputt ist. Toxisch ist auch nicht die Kollegin, die an einem stressigen Tag etwas pampig antwortet. Wir alle haben unsere Momente, in denen wir nicht die angenehmste Version von uns selbst sind.

Toxisches Verhalten ist ein konsistentes Muster, das andere Menschen emotional belastet, ihre Leistung sabotiert oder das Teamklima systematisch untergräbt. Arbeitsplatzexperten beobachten, dass solche Personen – manchmal unbewusst, manchmal ganz gezielt – Strategien anwenden, um Kontrolle auszuüben, Unsicherheit zu schaffen oder sich selbst auf Kosten anderer zu profilieren.

Das wirklich Gemeine daran: Während offene Konflikte meist schnell erkannt und gelöst werden können, sind diese subtilen Formen der Manipulation und Sabotage viel schwerer zu fassen. Sie schleichen sich ein wie Schimmel hinter der Tapete – du merkst erst, dass etwas nicht stimmt, wenn die ganze Wand schon befallen ist.

Die 5 psychologischen Warnsignale, auf die du achten solltest

1. Passive Aggressivität: Der Champion der versteckten Attacken

Hier kommt ein Klassiker, den vermutlich jeder schon erlebt hat. Du bittest einen Kollegen um Hilfe bei einem wichtigen Projekt. Er sagt mit einem strahlenden Lächeln: „Klar, kein Problem!“ Und dann? Nichts. Oder er liefert so spät, dass du in Zeitnot gerätst. Oder die Arbeit ist so schlampig gemacht, dass du sie letztendlich selbst nochmal komplett überarbeiten musst.

Wenn du ihn darauf ansprichst, kommt sofort: „Oh je, das tut mir so leid, ich hatte das total vergessen!“ oder „Ich dachte, das wäre nicht so dringend.“ Klingt plausibel, oder? Das Problem: Es passiert immer wieder. Und immer mit derselben Person.

Willkommen in der Welt der passiven Aggressivität – eine der häufigsten und gleichzeitig frustrierendsten Verhaltensweisen toxischer Kollegen. Psychologen erklären dieses Muster als indirekte Ausdrucksform unterdrückter Aggression. Anstatt offen zu sagen „Nein, das möchte ich nicht machen“ oder einen Konflikt direkt anzusprechen, weichen diese Personen aus und sabotieren subtil.

Typische Anzeichen sind chronisches Aufschieben wichtiger gemeinsamer Aufgaben, während die eigenen Projekte pünktlich fertig werden. Versteckte Sticheleien oder sarkastische Kommentare, die als Scherze getarnt werden. Unaufrichtige Entschuldigungen, die sich eher wie kreative Ausreden anhören. Widersprüchliche Signale zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was tatsächlich getan wird. Und das absichtliche Missverstehen von klaren Anweisungen oder Absprachen.

Das wirklich Perfide: Es ist extrem schwer zu konfrontieren, weil die Person immer eine plausible Ausrede parat hat. „Das war ein Missverständnis!“ „Das hast du nie so gesagt!“ „Ich wollte dich nicht verletzen, war doch nur Spaß!“ Die Verantwortung wird geschickt zurückgewiesen, während du dich fragst, ob du vielleicht überreagierst oder zu empfindlich bist.

Passiv-aggressive Menschen vermeiden zwar offene Konfrontation, aber sie üben trotzdem Dominanz aus – nur eben durch die Hintertür. Das schafft eine Atmosphäre von Unsicherheit und Misstrauen, die für ein funktionierendes Team absolut giftig ist.

2. Manipulation und die ewige Gerüchteküche

Du merkst plötzlich, dass Informationen verdreht werden. Kollegen werden gegeneinander ausgespielt. Es kursieren Gerüchte, die merkwürdigerweise immer von derselben Quelle zu stammen scheinen. Herzlichen Glückwunsch, du hast es wahrscheinlich mit einem Manipulator zu tun.

Diese Verhaltensweise wird von Experten als besonders schädlich eingestuft, weil sie nicht nur einzelne Personen trifft, sondern das gesamte Teamgefüge zerstören kann. Manipulative Kollegen verstehen es meisterhaft, Informationen so zu filtern und weiterzugeben, dass sie selbst immer gut dastehen, während andere in ein schlechtes Licht gerückt werden.

Beobachtungen zeigen typische Muster: Das gezielte Streuen von Gerüchten mit Formulierungen wie „Hast du schon gehört, dass…“ oder „Man sagt ja, dass…“ – diese Phrasen schaffen Distanz zur Aussage, während gleichzeitig Zweifel gesät werden. Falsche Anschuldigungen, bei denen Fehler anderen in die Schuhe geschoben werden, oft so geschickt, dass der Manipulator selbst als Retter oder Problemlöser dasteht.

Dann gibt es noch das strategische Spiel mit Informationen als Machtinstrument. Wichtige Details werden bewusst zurückgehalten oder selektiv weitergegeben, um Kontrolle auszuüben und sich unersetzlich zu machen. Und besonders hinterhältig: die sogenannte Triangulation. Statt direkt mit jemandem zu sprechen, wird über Dritte kommuniziert – „Ich sage es dir ja nur, weil Person X das über dich gesagt hat…“ Das schafft Misstrauen und spaltet Teams effektiv auseinander.

Das Ziel solcher Manipulation ist meistens, die eigene Position zu stärken, Konkurrenz auszuschalten oder einfach ein Gefühl von Macht und Kontrolle zu erleben. Die Auswirkungen auf das Teamklima sind verheerend: Vertrauen wird zerstört, Zusammenarbeit wird erschwert, und die Energie, die in produktive Arbeit fließen sollte, wird in Schadensbegrenzung und Selbstverteidigung investiert.

3. Chronische Negativität: Der emotionale Energievampir

Jedes Team hat mal schlechte Phasen. Kritik kann konstruktiv und wichtig sein. Aber dann gibt es diese Leute, für die Negativität zum Lebensstil geworden ist – und die schaffen es, selbst die positivste Atmosphäre in Rekordzeit zu vergiften.

Experten beobachten, dass Kollegen mit chronischer Negativität eine besonders erschöpfende Wirkung auf ihr Umfeld haben. Sie sind die Pessimisten, die bei jeder neuen Idee sofort zehn Gründe nennen können, warum etwas nicht funktionieren wird. Die Nörgler, die permanent über alles und jeden klagen. Die Jammerer, die sich als Opfer sehen, egal was passiert.

Typische Verhaltensweisen: Das automatische Ablehnen neuer Ideen mit Aussagen wie „Das haben wir schon mal versucht, hat nicht funktioniert“ oder „Das wird sowieso nichts“ – ohne überhaupt ernsthaft darüber nachzudenken. Ständiges Beschweren über das Management, die Arbeitsbedingungen, die Kollegen, das Wetter – es gibt immer etwas zu bemängeln, aber selten konstruktive Lösungsvorschläge.

Diese Personen verbreiten aktiv Missmut, suchen geradezu nach Zuhörern für ihre negativen Ansichten und ziehen andere mit ihrer schlechten Stimmung runter. Und wenn das Team tatsächlich mal etwas erreicht? Dann finden sie garantiert einen Grund, warum es eigentlich gar nicht so toll ist oder langfristig sowieso scheitern wird.

Das Tückische: Anfangs kannst du noch Verständnis aufbringen. Vielleicht hat die Person ja wirklich gerade eine schwere Zeit? Aber bei toxischen Kollegen wird die Negativität zum Dauerzustand. Sie wird zur selbsterfüllenden Prophezeiung, die nicht nur die eigene Leistung, sondern auch die Motivation des gesamten Teams herunterzieht.

Arbeitspsychologen weisen darauf hin, dass chronische Negativität tatsächlich ansteckend sein kann. Sie beeinflusst nachweislich die Stimmung und sogar die kognitive Leistungsfähigkeit von Menschen im Umfeld. Man fühlt sich nach Interaktionen mit solchen Personen ausgelaugt, demotiviert und zweifelt plötzlich an Dingen, die vorher glasklar erschienen.

4. Schuldabwälzung und Opfermentalität: Nie selbst verantwortlich

Ein Projekt läuft schief. Ein Fehler passiert. Eine Deadline wird verpasst. Was macht ein toxischer Kollege in dieser Situation? Er findet sofort jemand anderen, der schuld ist. Nur niemals er selbst.

Experten beschreiben dieses Verhalten als generalisiertes Opferdenken: Die betroffene Person sieht sich permanent als Opfer äußerer Umstände, unfähiger Kollegen oder ungerechter Bedingungen. Eigenverantwortung? Nicht vorhanden.

Diese Verhaltensweise zeigt sich durch reflexartige Schuldzuweisung. Noch bevor überhaupt geklärt ist, was schiefgelaufen ist, werden bereits andere verantwortlich gemacht. „Wenn Person X mir die Informationen rechtzeitig gegeben hätte…“ oder „Das Team hat mich im Stich gelassen…“ Dann gibt es die kreativen Ausreden: Es gibt immer einen externen Grund, warum etwas nicht geklappt hat. Die Umstände waren ungünstig, die Anweisungen unklar, die Unterstützung unzureichend – nur die eigene Leistung oder Entscheidung wird nie hinterfragt.

Besonders problematisch wird es bei emotionaler Erpressung. Wenn du versuchst, die Person auf Fehler anzusprechen, reagiert sie beleidigt oder verletzt. „Ich habe mir so viel Mühe gegeben, und das ist jetzt der Dank!“ Das macht es extrem schwer, konstruktive Kritik zu üben, ohne dich selbst wie ein Unmensch zu fühlen.

Dazu kommt eine verzerrte Wahrnehmung der Realität. Tatsachen werden so gebogen und verdreht, dass die eigene Version der Geschichte immer die ist, in der man selbst das unschuldige Opfer ist.

Dieses Muster ist besonders problematisch, weil es jede Form von Wachstum und Verbesserung verhindert. Wer nie Verantwortung übernimmt, kann auch nicht aus Fehlern lernen. Gleichzeitig werden andere ständig in die Defensive gedrängt und müssen sich für Dinge rechtfertigen, für die sie gar nicht verantwortlich sind. Das führt zu einer Kultur der Schuldzuweisung statt der gemeinsamen Problemlösung.

5. Gezielte Informationszurückhaltung: Wissen als Waffe

Du arbeitest an einem Projekt und stellst kurz vor der Deadline fest, dass dein Kollege wichtige Informationen hatte, die deine Arbeit erheblich vereinfacht hätten – dir aber nie davon erzählt hat. Oder du erfährst in einem Meeting von Änderungen, die längst beschlossen wurden, aber irgendwie nie bei dir angekommen sind, obwohl dein Kollege definitiv davon wusste.

Informationszurückhaltung ist eine subtile, aber hocheffektive Form der Sabotage. Experten beobachten, dass toxische Kollegen Wissen strategisch für sich behalten, um sich selbst unersetzlich zu machen oder andere ins Stolpern zu bringen.

Diese Verhaltensweise äußert sich auf verschiedene Arten: Selektives Teilen von Informationen, bei dem wichtige Details nur an bestimmte Personen weitergegeben werden – oft an die, von denen man sich Vorteile erhofft – während andere bewusst außen vor gelassen werden. Verspätete Weitergabe, bei der Informationen so spät geteilt werden, dass es für andere schwierig wird, angemessen zu reagieren oder sich vorzubereiten. „Oh, das wollte ich dir noch sagen…“ – kurz bevor es zu spät ist.

Dann gibt es das Horten von Wissen. Prozesse und Abläufe werden bewusst nicht dokumentiert oder erklärt, sodass man von dieser Person abhängig bleibt. „Das ist kompliziert, das mache am besten ich…“ Oder missverständliche Kommunikation, bei der Informationen so unklar oder unvollständig weitergegeben werden, dass Fehler vorprogrammiert sind – für die dann natürlich andere verantwortlich gemacht werden.

Und das systematische Vergessen wichtiger Details. „Dachte ich hätte es erwähnt“ oder „War mir nicht bewusst, dass das wichtig ist“ sind die Standardausreden.

Diese Strategie dient der Machtsicherung ohne offene Konfrontation. Die Person schafft künstliche Abhängigkeiten und positioniert sich als unentbehrlich, während sie gleichzeitig andere schwächt. In einer Zeit, in der effektive Kommunikation und Wissensaustausch entscheidend für den Teamerfolg sind, kann dieses Verhalten enormen Schaden anrichten.

Was diese Verhaltensweisen wirklich mit dir und deinem Team machen

Jetzt denkst du vielleicht: „Okay, diese Verhaltensweisen sind nervig, aber kann man damit nicht irgendwie leben?“ Die kurze Antwort: Nein, nicht ohne erhebliche Kosten für deine Gesundheit und deine Karriere.

Experten warnen, dass toxische Kollegen weit mehr Schaden anrichten als nur gelegentliche Frustration. Die Auswirkungen sind messbar und betreffen sowohl die individuelle Gesundheit als auch die Unternehmensleistung.

Auf persönlicher Ebene berichten Betroffene von erhöhtem Stress, Schlafproblemen, Angstzuständen und sogar depressiven Verstimmungen. Der tägliche Gang zur Arbeit wird zur psychischen Belastung. Die Freude an der eigentlichen Tätigkeit geht verloren, weil so viel Energie in den Umgang mit schwierigen Personen fließt. Viele Menschen zweifeln an sich selbst, fragen sich, ob sie das Problem sind, und verlieren ihr berufliches Selbstvertrauen.

Auf Teamebene zeigen Beobachtungen deutliche Produktivitätsverluste. Die Zusammenarbeit wird erschwert, Kommunikation verläuft ineffizient, kreative Prozesse werden blockiert. Das Vertrauen – die absolute Grundlage jeder funktionierenden Teamarbeit – erodiert langsam aber sicher. Menschen ziehen sich zurück, teilen weniger Ideen, gehen auf Nummer sicher statt innovativ zu sein.

Für Unternehmen bedeutet dies konkrete Kosten: erhöhte Fehlzeiten, höhere Fluktuation, sinkende Mitarbeiterzufriedenheit und letztendlich schlechtere Geschäftsergebnisse. Talentierte Mitarbeiter verlassen das Unternehmen, während toxische Personen oft bleiben – ein Teufelskreis, der extrem schwer zu durchbrechen ist.

Was du konkret tun kannst, wenn du diese Warnsignale erkennst

Die Warnsignale zu erkennen ist der erste wichtige Schritt. Aber wie gehst du damit um, wenn du feststellst, dass du es mit einem toxischen Kollegen zu tun hast? Hier sind ein paar bewährte Strategien, die dir helfen können, deine mentale Gesundheit zu schützen und die Situation zu verbessern.

Setze klare Grenzen. Du musst nicht jedes Gespräch führen, nicht auf jeden Kommentar reagieren, nicht jede negative Stimmung absorbieren. Es ist vollkommen in Ordnung zu sagen: „Ich kann gerade nicht darüber reden“ oder dich aus destruktiven Gesprächen zurückzuziehen. Deine mentale Energie ist wertvoll und sollte nicht von jemandem aufgefressen werden, der nur jammern oder manipulieren will.

Dokumentiere problematisches Verhalten. Besonders bei subtilen Formen der Sabotage ist es hilfreich, Vorfälle zu notieren – Datum, Situation, konkrete Verhaltensweisen. Das hilft dir, Muster zu erkennen und falls nötig, das Problem bei Vorgesetzten mit konkreten Beispielen anzusprechen. Ohne Dokumentation wird es schwer, deine Bedenken ernst zu nehmen, weil toxisches Verhalten oft so subtil ist.

Suche Verbündete im Team. Meistens bist du nicht die einzige Person, die Probleme mit diesem Kollegen hat. Der Austausch mit vertrauenswürdigen Teammitgliedern kann entlastend sein und dir helfen, deine Wahrnehmung zu validieren. Du bist nicht verrückt, und du überreagierst nicht. Manchmal brauchen wir einfach diese externe Bestätigung, um bei Verstand zu bleiben.

Bleib professionell, egal was passiert. So verlockend es sein mag, auf toxisches Verhalten mit gleichem zu reagieren – lass dich nicht auf dieses Niveau herunterziehen. Deine Integrität und Professionalität sind wertvoll und schützen dich langfristig. Wenn du emotional reagierst, gibst du der toxischen Person genau die Macht, die sie haben will.

Priorisiere deine mentale Gesundheit über alles andere. Wenn die Situation unerträglich wird, ist es keine Schwäche, professionelle Hilfe zu suchen oder im Extremfall den Arbeitsplatz zu wechseln. Keine Arbeit, kein Gehalt, keine Karrierechance ist es wert, deine Gesundheit zu opfern. Du hast nur dieses eine Leben, und es zu einem großen Teil in einem toxischen Umfeld zu verbringen, ist einfach zu hoher Preis.

Manchmal kann auch ein direktes, sachliches Gespräch helfen – wenn die Person sich ihres Verhaltens nicht bewusst ist. Aber Vorsicht: Bei wirklich toxischen Persönlichkeiten kann dieser Versuch auch nach hinten losgehen und die Situation verschlimmern. Wäge ab, ob es sicher ist, und führe solche Gespräche niemals ohne Zeugen oder zumindest vorherige Dokumentation.

Das größere Bild: Es liegt nicht nur an Einzelpersonen

Eine wichtige Erkenntnis: Toxisches Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum. Oft sind es Organisationskulturen, die solches Verhalten ermöglichen, tolerieren oder sogar unbewusst belohnen.

Unternehmen, in denen Einzelkämpfertum über Teamarbeit gestellt wird, in denen es keine Konsequenzen für destruktives Verhalten gibt, in denen Ergebnisse wichtiger sind als der Weg dorthin – solche Umgebungen sind Brutstätten für toxische Dynamiken. Wenn Führungskräfte wegschauen oder problematisches Verhalten ignorieren, weil jemand hohe Verkaufszahlen bringt, senden sie eine klare Botschaft: Leistung rechtfertigt alles.

Experten betonen, dass die Verantwortung nicht nur bei den Betroffenen liegt, sich zu schützen, sondern auch bei Führungskräften und Organisationen, gesunde Arbeitsumgebungen zu schaffen. Klare Werte, transparente Kommunikation, Konsequenzen für schädliches Verhalten und eine Kultur, die psychologische Sicherheit fördert – das sind die strukturellen Lösungen, die wirklich etwas verändern.

Für dich persönlich bleibt jedoch die wichtigste Erkenntnis: Du musst toxisches Verhalten nicht ertragen. Du hast das Recht auf einen Arbeitsplatz, an dem du dich sicher, respektiert und wertgeschätzt fühlst. Die Fähigkeit, diese Warnsignale früh zu erkennen, gibt dir die Macht, rechtzeitig zu handeln – sei es durch das Setzen von Grenzen, das Suchen von Unterstützung oder das Treffen schwieriger Entscheidungen über deine berufliche Zukunft. Dein Wohlbefinden ist wichtiger als jeder Job, und manchmal ist das Problem tatsächlich nicht die Arbeit selbst, sondern die Person am Schreibtisch nebenan.

Welche toxische Verhaltensweise hast du am häufigsten erlebt?
Passive Aggressivität
Manipulation
Chronische Negativität
Schuldabwälzung
Informationszurückhaltung

Schreibe einen Kommentar