Warum Disney+ gefährlicher wurde als du denkst: Die Kindersicherung, die 90% der Eltern vergessen

Streamingdienste wie Disney+ sind aus vielen deutschen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Während das Angebot an Filmen und Serien für die ganze Familie zunächst harmlos klingt, verbirgt sich hier eine Herausforderung, die Eltern unbedingt kennen sollten: Nicht alle Inhalte auf Disney+ sind automatisch für Kinderaugen geeignet. Seit der Einführung des Star-Bereichs im Februar 2021 finden sich mittlerweile auch FSK-16- und FSK-18-Titel im Katalog. Hinzu kommt die Gefahr ungewollter Änderungen an eurem Konto. Die gute Nachricht? Disney+ bietet leistungsstarke Werkzeuge, um genau das zu verhindern.

Warum die Kindersicherung bei Disney+ unverzichtbar ist

Viele Eltern gehen davon aus, dass Disney+ ausschließlich familienfreundliche Inhalte zeigt. Diese Annahme war bis Februar 2021 auch weitgehend korrekt, als es maximal Inhalte bis FSK 12 gab. Seit der Einführung des Star-Bereichs hat sich das Blatt jedoch gewendet. Serien wie „The Walking Dead“, „Criminal Minds“ oder Filme mit erwachsenen Themen sind nun ebenfalls verfügbar. Ohne entsprechende Schutzmaßnahmen können eure Kinder theoretisch auf diese Inhalte zugreifen – oft genügt ein einziger Klick.

Gleichzeitig birgt die fehlende Profil-PIN ein Risiko. Kinder könnten versehentlich oder absichtlich auf andere Profile zugreifen oder Einstellungen verändern. Die Einrichtung einer durchdachten Kindersicherung sollte daher ganz oben auf eurer Prioritätenliste stehen, zumal überarbeitete Kindersicherungsoptionen eingeführt wurden, die genau diese Probleme angehen.

Kinderprofile erstellen: Der erste Schutzwall

Der einfachste Weg, um eure Kinder vor ungeeigneten Inhalten zu schützen, besteht in der Erstellung dedizierter Kinderprofile. Diese Profile, auch Junior-Modus genannt, filtern automatisch alle Inhalte, die nicht für bestimmte Altersgruppen freigegeben sind. Kinderprofile zeigen ausschließlich Inhalte mit einer Alterseinstufung bis einschließlich FSK 6. Das bedeutet: Alle Filme und Serien, die für ältere Zuschauer gedacht sind, werden automatisch ausgeblendet. Die Inhalte werden zusätzlich thematisch gefiltert, wodurch ausschließlich kindgerechte Filme und Serien angezeigt werden. Die Benutzeroberfläche passt sich ebenfalls an und wird kinderfreundlicher gestaltet.

So richtet ihr ein Kinderprofil ein

  • Meldet euch bei Disney+ an und wählt das Profilsymbol aus
  • Klickt auf „Profile verwalten“ und anschließend auf „Profil hinzufügen“
  • Gebt einen Namen ein und wählt ein Avatar-Bild aus
  • Aktiviert die Option „Kinderprofil“ – erkennbar am entsprechenden Häkchen
  • Bestätigt die Einstellungen

Alterseinstufungen für bestehende Profile anpassen

Nicht immer möchtet ihr ein komplett separates Kinderprofil erstellen – vielleicht nutzt ein älteres Kind bereits ein reguläres Profil, oder ihr möchtet flexiblere Einstellungen vornehmen. In diesem Fall könnt ihr die Alterseinstufung manuell anpassen. Navigiert dazu erneut zu „Profile verwalten“ und wählt das Profil aus, das ihr anpassen möchtet. Klickt auf „Profil bearbeiten“ und sucht nach der Option „Altersfreigabe“ oder „Inhaltsklassifizierung“. Wählt dann die gewünschte Stufe: 0+, 6+, 12+, 16+ oder 18+.

Diese Einstellung ist besonders nützlich für Teenager, die bereits ältere Inhalte sehen dürfen, aber dennoch nicht auf alles zugreifen sollen. Ein 13-Jähriger könnte beispielsweise eine Freigabe bis FSK 12 erhalten, während FSK-16-Inhalte weiterhin blockiert bleiben.

Die Profil-PIN: Euer digitaler Türsteher

Hier wird es richtig wichtig. Die Profil-PIN ist der entscheidende Mechanismus, um zu verhindern, dass eure Kinder einfach zu eurem Erwachsenenprofil wechseln oder die Sicherheitseinstellungen umgehen. Damit euer Kind nicht einfach in ein anderes Profil wechseln und Filme und Serien mit einem höheren Alterskennzeichen sehen kann, ist das Einrichten einer Profil-PIN unerlässlich.

Profil-PIN für Erwachsenenprofile einrichten

  • Geht auf euer Profilsymbol und wählt „Konto“
  • Scrollt zum Bereich „Profileinstellungen“ oder „Jugendschutz“
  • Klickt auf „Profil-PIN“ beim entsprechenden Profil
  • Gebt eine vierstellige PIN ein, die eure Kinder nicht erraten können
  • Bestätigt die Eingabe

Ab sofort wird beim Wechsel zu diesem Profil die PIN abgefragt. Besonders durchdacht: Für Kinder, die noch nicht lesen können, werden vier ausgeschriebene Zahlen angezeigt, die eingetippt werden müssen – ein zusätzlicher Schutzmechanismus.

Zusätzliche Sicherheitsebene: PIN für bestimmte Inhalte

Disney+ geht noch einen Schritt weiter. Ihr könnt festlegen, dass für alle Inhalte ab einer bestimmten Altersstufe generell eine PIN erforderlich ist – unabhängig vom verwendeten Profil. Diese Funktion ist besonders wertvoll, wenn mehrere Familienmitglieder unterschiedlichen Alters denselben Account nutzen. Öffnet dazu die Kontoeinstellungen über die Disney+ Webseite und navigiert zu „Jugendschutz“ oder „Parental Controls“. Aktiviert die Option „PIN für Inhalte ab gewählter Altersstufe erforderlich“ und legt eure PIN fest oder verwendet die bereits vorhandene Profil-PIN.

Jetzt wird jedes Mal, wenn jemand versucht, einen Film oder eine Serie ab der festgelegten Altersfreigabe abzuspielen, die PIN abgefragt. Das funktioniert profileübergreifend und bietet einen zusätzlichen Schutz.

Konto-Einstellungen schützen

Um zu verhindern, dass eure Kinder Änderungen an den Kontoeinstellungen vornehmen, solltet ihr auch die Verwaltungsfunktionen absichern. Diese Einstellungen findet ihr ebenfalls in den Kontoeinstellungen unter dem Bereich „Sicherheit“. Kombiniert mit der Profil-PIN und den Altersbeschränkungen ergibt sich ein mehrschichtiges Sicherheitssystem.

Regelmäßige Überprüfung und offene Kommunikation

Technische Einstellungen allein bieten keinen vollständigen Schutz. Kinder können trotzdem auf unangemessene Inhalte stoßen oder sich Wege suchen, Beschränkungen zu umgehen. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig mit euren Kindern über die Nutzung von Streamingdiensten zu sprechen und euch als Ansprechperson bei Problemen anzubieten.

Streamingdienste entwickeln sich ständig weiter und führen regelmäßig neue Funktionen ein. Was heute funktioniert, könnte morgen durch ein Update verändert werden. Nehmt euch daher alle paar Monate Zeit, eure Sicherheitseinstellungen zu überprüfen. Viele Kinder akzeptieren Regeln besser, wenn sie den Sinn dahinter verstehen. Erklärt altersgerecht, warum bestimmte Inhalte noch nicht geeignet sind und dass die Einschränkungen zu ihrem Schutz dienen.

Häufige Fehler, die ihr vermeiden solltet

Ein klassischer Fehler: Die PIN ist zu einfach gewählt. „1234“ oder das Geburtsjahr eures Kindes sind keine sicheren Optionen. Wählt eine Kombination, die nicht offensichtlich ist, aber die ihr euch trotzdem merken könnt. Ebenfalls problematisch: Ihr richtet zwar ein Kinderprofil ein, vergesst aber, die Erwachsenenprofile mit einer PIN zu schützen. Kinder sind oft überraschend geschickt darin, solche Lücken zu finden und auszunutzen. Die Kindersicherung funktioniert nur dann optimal, wenn alle Ebenen aktiviert sind.

Manche Eltern verlassen sich außerdem ausschließlich auf die Profiltrennung, ohne die Altersfreigaben anzupassen. Das kann dazu führen, dass ein älteres Geschwisterkind versehentlich Zugriff auf Inhalte erhält, die eigentlich noch nicht passend sind. Nehmt euch die Zeit, jedes Profil individuell zu konfigurieren.

Die Kombination macht den Unterschied

Die Stärke der Disney+ Kindersicherung liegt in der Kombination aller verfügbaren Werkzeuge. Ein Kinderprofil mit angepasster Alterseinstufung, geschützt durch eine Profil-PIN für alle Erwachsenenprofile, ergänzt durch eine Inhalts-PIN für kritische Altersfreigaben – das ergibt ein durchdachtes Sicherheitssystem. Die Einrichtung erfordert etwas Zeit, bietet aber langfristigen Schutz und erspart euch möglicherweise unangenehme Situationen. Eure Kinder können Disney+ weiterhin genießen, aber eben auf eine Weise, die ihrem Alter entspricht. Gleichzeitig habt ihr die Kontrolle über euer Konto und könnt beruhigt sein, dass technische Barrieren greifen, wenn ihr mal nicht direkt daneben sitzt. Vergesst dabei aber nicht: Technische Maßnahmen sind nur ein Teil der Lösung. Das Gespräch mit euren Kindern und eure Rolle als Ansprechperson bleiben unverzichtbar.

Nutzt ihr bereits die Profil-PIN bei Disney Plus?
Ja schon lange aktiv
Nein wusste nichts davon
Nur Kinderprofil eingerichtet
Brauche ich nicht
Richte ich jetzt sofort ein

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