Dein Smart TV kostet dich 230 Euro, obwohl er ausgeschaltet ist: Diese geheimen Einstellungen stoppen den Stromverbrauch sofort

Wer kennt es nicht: Der Fernsehabend ist vorbei, man drückt auf die rote Taste der Fernbedienung und lehnt sich zufrieden zurück. Der Smart TV ist aus – oder etwa doch nicht? Tatsächlich schlummert dein Gerät nur vor sich hin und verbraucht dabei munter weiter Strom. Was viele nicht wissen: Moderne Smart TVs sind im Standby-Modus deutlich aktiver, als es den Anschein hat, und dieser versteckte Stromverbrauch kann über die Jahre richtig ins Geld gehen.

Warum Smart TVs niemals wirklich schlafen

Im Gegensatz zu klassischen Fernsehern der vergangenen Jahrzehnte sind heutige Smart TVs kleine Computer mit Internetanbindung. Sie führen im Hintergrund zahlreiche Prozesse aus, die dafür sorgen, dass du beim nächsten Einschalten sofort loslegen kannst. Dieser Komfort hat allerdings seinen Preis – und zwar buchstäblich auf deiner Stromrechnung.

Die Hersteller haben gute Gründe für dieses Verhalten programmiert: Firmware-Updates sollen automatisch installiert werden, damit Sicherheitslücken geschlossen und neue Funktionen eingespielt werden. Streaming-Apps wie Netflix, Amazon Prime Video oder Disney Plus aktualisieren sich ebenfalls im Hintergrund, um dir stets die neueste Version mit allen Features bereitzustellen. Manche Geräte synchronisieren zudem Wiedergabelisten, Favoriten oder personalisierte Empfehlungen mit Cloud-Diensten.

Der versteckte Stromfresser: Zahlen, die aufhorchen lassen

Die Spanne beim Standby-Verbrauch ist enorm und variiert je nach Hersteller, Modell und Baujahr. Moderne Geräte liegen typischerweise zwischen 0,5 und 10 Watt, wobei ältere Modelle vor 2013 durchaus auch höhere Werte erreichen können. Das klingt zunächst nach wenig, doch die Mathematik ist ernüchternd.

Nehmen wir ein realistisches Beispiel: Du schaust täglich etwa vier Stunden fern, dein TV verbringt also rund 20 Stunden im Standby-Modus. Bei einem Standby-Verbrauch von 10 Watt summiert sich das auf etwa 73 Kilowattstunden pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Strompreis von 40 Cent pro Kilowattstunde bedeutet das jährliche Mehrkosten von rund 29 Euro – Geld, das einfach verpufft, ohne dass du auch nur eine Sekunde ferngesehen hast.

Multipliziert man diese Summe mit der durchschnittlichen Lebensdauer eines Fernsehers von etwa acht Jahren, zahlt man allein für den Standby-Betrieb über 230 Euro. Diese versteckten Kosten landen auf deiner Stromrechnung, obwohl du das Gerät gar nicht aktiv nutzt.

Was passiert tatsächlich im Standby-Modus?

Die meisten Nutzer glauben, ihr Fernseher sei komplett ausgeschaltet, wenn sie die Fernbedienung nutzen. In Wirklichkeit versetzt du das Gerät lediglich in einen Ruhezustand. Die Netzwerkverbindung bleibt aktiv, um Updates zu empfangen und auf Sprachbefehle oder App-Steuerung vom Smartphone zu reagieren. Prozessoren und Arbeitsspeicher bleiben teilweise unter Spannung, damit der TV innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit ist – die sogenannte Schnellstartfunktion.

Betriebssystem und Apps checken regelmäßig auf neue Versionen und laden diese herunter. Kompatible Geräte halten Verbindungen zu Alexa, Google Assistant oder Apple HomeKit aufrecht, damit die Smart-Home-Integration jederzeit funktioniert. Auch elektronische Programmführer synchronisieren sich mit aktuellen TV-Programminfos, damit du beim Einschalten stets das neueste Programm siehst.

Welche Grenzwerte gelten für den Standby-Verbrauch?

Die EU hat bereits 2013 mit der Ökodesign-Richtlinie klare Grenzen gesetzt. Für Geräte ohne Informationsanzeige liegt der Maximalwert bei 0,5 Watt, mit Anzeige bei 1 Watt. Vernetzte Geräte mit hoher Netzwerkverfügbarkeit dürfen maximal 8 Watt im Standby verbrauchen. Diese Regelungen wurden 2019 und 2023 weiter verschärft, mit zusätzlichen Limits für 2025 und 2027.

Tests von Stiftung Warentest zeigen, dass moderne TV-Geräte diese Vorgaben meist einhalten und Standby-Werte zwischen 0,3 und 2,4 Watt erreichen. Dennoch summieren sich selbst diese geringen Werte über das Jahr zu spürbaren Stromkosten. Ältere Fernseher, die vor Inkrafttreten der strengeren EU-Vorgaben produziert wurden, können allerdings deutlich mehr Energie im Standby-Modus verbrauchen.

So findest du die größten Stromverschwender

Nicht jeder Smart TV verhält sich gleich. Premium-Modelle mit vielen Features neigen zu höherem Standby-Verbrauch als Einsteigergeräte. Besonders Fernseher mit Always-on-Sprachassistenten oder integrierten Soundbars ziehen mehr Energie. Ein Energiekostenmessgerät aus dem Baumarkt verschafft dir Klarheit über den tatsächlichen Verbrauch deines Geräts.

Diese kleinen Helfer zeigen dir exakt, wie viel Strom dein TV im Standby tatsächlich verbraucht. Stecke das Messgerät einfach zwischen Steckdose und Fernseher, schalte den TV in den Standby-Modus und lies nach 24 Stunden den Verbrauch ab. So weißt du genau, ob dein Gerät zu den Sparfüchsen oder den heimlichen Stromfressern gehört.

Wirksame Gegenmaßnahmen für deinen Geldbeutel

Die gute Nachricht: Du kannst den Standby-Verbrauch drastisch reduzieren, ohne auf Komfort verzichten zu müssen. Moderne Smart TVs bieten in den Einstellungen verschiedene Optionen, die den Energieverbrauch im Ruhezustand deutlich senken.

Schnellstart deaktivieren

Diese Funktion trägt bei verschiedenen Herstellern unterschiedliche Namen – Samsung nennt sie Schnellstart, LG spricht von QuickStart Plus, Sony verwendet Schnellstartmodus. Wenn du diese Option ausschaltest, dauert der Startvorgang zwar einige Sekunden länger, dafür sinkt der Standby-Verbrauch oft auf unter 1 Watt. Den Menüpunkt findest du üblicherweise unter Einstellungen, dann Allgemein und schließlich Energieeinstellungen. Der kleine Zeitverlust beim Einschalten fällt kaum ins Gewicht, die eingesparten Stromkosten aber schon.

Automatische Updates zeitlich begrenzen

Statt rund um die Uhr nach Updates zu suchen, kannst du in vielen Smart TVs festlegen, dass Aktualisierungen nur zu bestimmten Zeiten geprüft werden. Manche Geräte bieten auch die Option, Updates manuell anzustoßen – ideal für alle, die ihren TV ohnehin täglich nutzen. So bleibt die Software aktuell, aber dein Fernseher muss nicht ständig im Hintergrund nach neuen Versionen suchen.

Netzwerkverbindung im Standby trennen

Einige Hersteller ermöglichen es, die WLAN-Verbindung im Standby-Modus zu kappen. Der TV bleibt dann zwar grundsätzlich in Bereitschaft, aber ohne Internetverbindung fallen die meisten energieintensiven Hintergrundprozesse weg. Diese Einstellung reduziert den Stromverbrauch spürbar, ohne dass du den Fernseher komplett vom Netz trennen musst.

Die radikale Lösung: Schaltbare Steckdosenleisten

Wer wirklich jeden Cent sparen möchte, greift zur Steckdosenleiste mit Schalter. Ein komplettes Trennen vom Stromnetz reduziert den Verbrauch auf null. Diese Methode eignet sich besonders für Zweit-TVs im Gästezimmer oder Schlafzimmer, die ohnehin nur gelegentlich genutzt werden.

Der Nachteil: Uhrzeit und manche Einstellungen gehen verloren, automatische Updates entfallen komplett. Für den Hauptfernseher im Wohnzimmer ist diese Lösung daher oft zu unpraktisch. Eine smarte Steckdose, die sich per Timer oder Sprachbefehl steuern lässt, bietet hier einen guten Kompromiss zwischen Komfort und Energieeinsparung.

Herstellerspezifische Besonderheiten beachten

LG WebOS-Geräte bieten einen Eco-Modus, der verschiedene Energiesparfunktionen bündelt und mit einem Klick aktiviert werden kann. Sony Android TVs lassen sich in den Entwickleroptionen noch feiner justieren, was allerdings etwas Vorwissen erfordert. Samsung Tizen-Fernseher haben oft separate Einstellungen für Netzwerk-Standby und normalen Standby-Modus. Grundsätzlich gilt: Je mehr vernetzte Funktionen aktiviert sind, desto höher fällt der Standby-Verbrauch aus.

Vernetzte Geräte müssen ständig auf eingehende Daten reagieren können, was zusätzliche Energie kostet. Bei älteren Modellen vor 2013 kann der Standby-Verbrauch die heutigen gesetzlichen Grenzwerte deutlich überschreiten. Hier lohnt sich besonders die Deaktivierung des Schnellstarts oder der Einsatz einer schaltbaren Steckdosenleiste, um die laufenden Kosten in den Griff zu bekommen.

Langfristige Perspektive: Neukauf mit Bedacht

Wer vor der Anschaffung eines neuen Smart TVs steht, sollte das EU-Energielabel genau studieren. Die verschärften EU-Regelungen aus den Jahren 2023, 2025 und 2027 sorgen dafür, dass neuere Geräte im Standby-Betrieb immer sparsamer werden. Geräte mit besserer Energieklasse punkten nicht nur beim aktiven Betrieb, sondern auch im Ruhezustand. Diese Effizienzgewinne summieren sich über die Jahre zu beachtlichen Einsparungen.

Testberichte von Fachmagazinen listen den Standby-Verbrauch mittlerweile standardmäßig auf. Ein Blick in diese Details vor dem Kauf kann über die Lebensdauer des Geräts mehrere hundert Euro Unterschied ausmachen. Manche Hersteller werben gezielt mit besonders niedrigem Standby-Verbrauch – ein Argument, das durchaus Gewicht hat und bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden sollte.

Die Technik entwickelt sich stetig weiter, und neuere Prozessorgenerationen arbeiten effizienter. Was heute als sparsam gilt, wird in fünf Jahren Standard sein. Mit dem richtigen Bewusstsein und gezielten Einstellungen lässt sich der Standby-Verbrauch auf ein Minimum reduzieren, ohne dass du auf moderne Features verzichten musst. Dein Geldbeutel und die Umwelt werden es dir danken.

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